1. April 1931 bis heute: über 70 Jahre im Dienste der beruflichen Bildung

Gustav Kleemann und die Anfänge der Kleemannschule

Gustav Kleemann

Gustav Kleemann

Gustav Carsten Heinrich Kleemann wurde am 19. September 1886 in Kiel als Sohn des Rektors Marcus Kleemann und seiner Ehefrau Auguste als zweites Kind geboren. Nach Versetzung in die Oberprima beschloss er, zur Marine zu gehen, um das eingesparte Schulgeld seinen jüngeren Brüdern zukommen zu lassen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Gustav Kleemann damit ausgezeichnet, an der Universität Hamburg Staatsrecht, Handelsrecht und Betriebswirtschaft zu studieren, um anschließend an der Marineschule Flensburg-Mürwik wirken zu können. 1929 beendete er seinen Dienst dort. Zunächst erteilte er privat Einzel- und Gruppenunterricht, dann nahm er den Unterricht an der damaligen kaufmännischen Privatschule Schwarzer am Sophienblatt auf. 1930 trennten sich Schwarzer und Kleemann jedoch. Gustav Kleemann war arbeitslos. Am alten Markt 14, im Löwenbräuhaus, wollte der Besitzer der kleinen Privatschule Schröder sein Inventar und die Schulrechte verkaufen. Gustav Kleemann kaufte die Schule und eröffnete sie am 1. April 1931 neu unter dem Namen Kaufmännische Privatschule Gustav Kleemann.
Löwenbräuhaus am Alten Markt

Löwenbräuhaus am Alten Markt

Zunächst standen zwei Klassenzimmer zur Verfügung, eines davon war mit 30 versenkbaren Schreibmaschinen ausgestattet. Jetzt fehlten nur noch die Schüler. Der Unterrichtsbetrieb begann mit finanziellem Verlust; die Bilanz wies nach zwei Jahren einen "Gewinn" von 88 Reichspfennigen auf. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten wuchs von Semester zu Semester die Anzahl der Schüler. Mit der Schule ging es bergauf. Gustav Kleemann musste zusätzliche Räume anmieten und neue Kurse einführen. Ende der dreißiger Jahre besuchten 600 Schüler die kaufmännische Privatschule, der Unterricht fand wochentags von 8 bis 22 Uhr statt. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde Gustav Kleemann eingezogen. Da die Schule als kriegswichtig eingestuft wurde, stellte man ihn zwei Tage in der Woche zur Leitung der Schule frei. Als die Schule am Alten Markt ausgebombt worden war, wurde der Unterricht auf Anordnung der städtischen Schulverwaltung zeitweilig in die Räume des Gymnasiums Wellingdorf verlegt. 1944 wurde auch dieses Gebäude zerstört. Im Jahre 1947 begann Gustav Kleemann in seinem Wohnhaus in Kitzeberg erneut mit Einzel- und Gruppenunterricht. Im Winter musste jeder Schüler Heizmaterial mitbringen. Da der Andrang von Schülern größer wurde, konnte Gustav Kleemann in neu angemieteten Räumen im Jacobsen-Haus am 1. April 1950 den Tagesschulbetrieb wieder offiziell aufnehmen. Der Name war jetzt Private Kaufmännische Berufsfachschule Kleemann. In vier Klassenräumen drängten sich die Schüler. Das Lehrerkollegium zählte zeitweilig 26 Lehrkräfte. Als die Stadt Ende der fünfziger Jahre eigene Handelslehranstalten aufbaute, ging es mit der Schülerzahl der Kleemannschule bergab. Zusätzlich entstand ein neues Problem: der Besitzer des Jacobsen-Hauses war der Ansicht, seinen anderen Mietern einen relativ unruhigen Schulbetrieb nicht länger zumuten zu können. Diese Probleme waren mitverantwortlich für die Erkrankung von Gustav Carsten Kleemann im Jahre 1962. Er verstarb am 18. Juli 1964. Auf dringenden Rat seines Sohnes, Dr. Arnfried Kleemann, hatte er zu Beginn des Schuljahres 1962/63 die pädagogische Leitung der Schule in die Hände des jungen Dr. Klaus Nernheim gelegt. Mit dem Datum 1. April 1966 erwarb Dr. Nernheim die Schule von Dr. Arnfried Kleemann.

Die Zeit im Jacobsenhaus

Das Jacobsenhaus am Alten Markt

Das Jacobsenhaus am Alten Markt

Die Räume im Jacobsenhaus, Holstenstraße Ecke Alter Markt, befanden sich zunächst im 1. und 2. Stock. Neben "normalen" Klassenräumen und einem Maschinenschreibraum gab es auch einen "richtigen" Vorlesungsraum mit ansteigenden Sitzreihen wie in der Universität. Die "Logenräume" direkt am belebten Alten Markt verführten die Schüler zu allerhand Schabernack: Klage Aber es gab auch manchmal anderen Ärger: Boxkampf Zu anderen Zeiten ging es jedoch sehr festlich zu: Entlassung Am 1. August 1969 bezog die Schule neue Räume in der vierten Etage. Um diese zu erreichen, stand ein Fahrstuhl zur Verfügung, der wegen ständiger Überbeanspruchung Schülern und manchmal auch Lehrern hinreichend Grund bot, Verspätungen zu entschuldigen. Da kein Schulhof vorhanden war, stand den Schülern neben dem Alten Markt als "Pausenhof" ein Raucherzimmer zur Verfügung, das allerdings nur zu kurzem Aufenthalt einlud. Es gab einen Raum, der ausschließlich dem Maschinenschreibunterricht vorbehalten war. Alle anderen Räume wurden nach den Unterrichtserfordernissen im Wechsel benutzt. Neben der ursprünglichen Privaten Kaufmännischen Berufsfachschule Kleemann wurde am 1. April 1958 die Private Höhere Handelsschule Kleemann eingerichtet. Am 1. April 1959 folgte die Private Zweijährige Handelsschule Kleemann mit dem Ausbildungsziel der mittleren Reife; für diese Schulart wurden anfangs Aufnahmeprüfungen abgenommen. Ferner gab es zahlreiche Einzelkurse in allen Welthandelssprachen, kaufmännischen Fächern, Deutsch, Rechnen und sogar Plakatschrift. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums wurde am 1. April 1961 der Verein der ehemaligen Kleemannschüler gegründet. Jubiläum Im September 1961 begann die erste Sekretärinnenausbildung unter der Bezeichnung Sekretärinnen-Studio. Schon damals war Thea Albrecht, die spätere Leiterin des Kurses, als Lehrkraft beteiligt. Viele Jahre hindurch führte sie diesen noch mit dem gleichen Schwung, und viele Sekretärinnen in ganz Deutschland erinnern sich bestimmt dankbar an sie. Als 1964 die Sekretärinnen-Akademie gegründet wurde, bewarb sich die Kleemannschule 1965 um Aufnahme in das Förderungsprogramm der Bundesregierung. Daraufhin kam der Sekretärinnenkursus in der heutigen Form zustande. Auf Drängen der Schüler wurde 1962 die erste Schülermitverantwortung an der Kleemannschule gegründet. Diese kümmerte sich in den folgenden Jahren unter anderem um die Gestaltung der ersten Schulfeste. Nachdem Dr. Nernheim die Schule im August 1966 übernommen hatte, wurde der Name Kleemannschule als Dachbegriff für alle Schulzweige eingeführt. Nach den Sommerferien 1972 wurde der Unterricht im Fachgymnasium Wirtschaft aufgenommen. Dieser Schulzweig fand rasch Anklang; er bildet heute eines von zwei privaten Fachgymnasien in Schleswig- Holstein. Als die Schulräume im Jacobsenhaus nach mehr als 30 Jahren gekündigt worden waren, wurde ein neues Domizil gesucht und gefunden. Die Tanzschule Tessmann war umgezogen, und die alten Tanzsäle standen leer. Die Räumlichkeiten mussten allerdings noch den Bedürfnissen der Schule angepasst werden: Es entstanden sieben Klassenräume, darunter ein Maschinenschreibraum, Lehrerzimmer und Geschäftszimmer sowie eine Bibliothek.

Umzug - neuer Wind in der Kleemannschule

Am 9. Mai 1981 war es soweit, die neuen Räume in der Hamburger Chaussee wurden bezogen. Endlich gibt es einen Schulhof, auf dem allerdings auch einige Autos parken. Zum Schulhof gehört aber auch eine Wiese, die im Sommer gern betreten wird. Wegen des Umzuges wurde die Feier zum 50. Jubiläum verschoben; sie fand nicht wie üblich im April, sondern am 1. Juni statt. Die folgenden Schuljahre standen unter dem Motto: Alles bleibt beim alten, aber jedes Jahr kommt etwas Neues hinzu. Zunächst wurden seit dem Schuljahr 1981/82 wieder Klassenlehrer ernannt; die Schülerzahl befand sich auf sehr hohem Stand, es gab insgesamt 13 Klassen. Die Ausstattung der Schule wurde verbessert: Im Fachgymnasium und in der Berufsfachschule wurde während der ersten Jahre zwar Physik unterrichtet, es fehlten jedoch Geräte für Experimente. Ab 1981 begann der Aufbau einer schuleigenen Physiksammlung. Das Lehrerkollegium traf sich am 7.11.1981 zum ersten Mal nach längerer Zeit auf Einladung von Dr. Nernheim abends zum Essen mit anschließendem Kegeln, diesmal im Lindenkrug in Höxmark (bei Karby). Diese Zusammenkünfte fanden dann regelmäßig an wechselnden Orten statt, teilweise wurde die Suchralley (Wo mussten wir abbiegen? Ach was, wir sind doch erst in Schleswig!) durch gemeinsame Busfahrten ersetzt. Im Laufe der folgenden Jahre entstand die Tradition des Kollegiumstreffens mit Grünkohlessen und Kegeln. Nachdem einige Jahre lang keine Klassenfahrten unternommen worden waren, fuhr im Februar 1982 die Unterprima nach Prag. In den folgenden Jahren standen weitere Fahrten auf dem Programm. Auch im Büro war ein neues Gesicht zu sehen: Frau Reimer löste am 15.Februar 1982 Frau Rockel als Sekretärin ab. Im Schuljahr 1982/83 gab es einen weiteren Höhepunkt des Schullebens: ein Schulfest, das am Nikolaustag in der Tanzschule Gemind statt fand. Das Schuljahr 1983/84 brachte Neues für die Ausstattung der Schule: Die Kleemannschule folgte den Zeichen der Zeit im Jahr von George Orwell. Am 9.1.1984 wurden Computer angeschafft. Zunächst gab es sieben C64. Der Bestand wurde im Laufe der nächsten zwei Jahre auf 12 aufgestockt. Das Jahr 1984 war überhaupt das Jahr der Neuerungen. Außer der Anschaffung von Computern stand im Schuljahr 1984/85 noch folgendes auf dem Plan:
  • Für die Eltern der Tagesschüler werden halbjährliche Sprechtage abgehalten.
  • Für Interessenten gibt es "Tage der offenen Tür".
  • Der Prospekt mit dem Unterrichtsprogramm erhält ein anderes Gesicht, das Faltblatt war zu klein und unhandlich geworden.
Das Unterrichtsangebot wird beträchtlich erweitert:
  • Der neue Schwerpunkt Fremdsprachen an der Berufsfachschule für Wirtschaftsassistenten wird eingerichtet.
  • Das Wahlfach Informatik (als Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag für die Tagesschüler) wird angeboten.
  • Kurse in Datenverarbeitung: Einstiegskurse für Anfänger, Wochenendseminare, aber auch Kurse für Fortgeschrittene,
  • Einzelkurse in Stenographie und Maschinenschreiben und Vorbereitungskurse auf die Prüfung für Steuergehilfen finden statt.
  • Im Schuljahr 1985/86 wird zum ersten Mal für alle interessierten Schüler Unterricht in Französisch angeboten.
Am 25. April 1986 wurde das 55-jährige Bestehen der Kleemannschule gefeiert, Dr. Nernheim war 20 Jahre Inhaber und Leiter der Schule. Im Schuljahr 1986/87 wurde die Computeranlage erneuert. Die "Homecomputer" hatten sich im Laufe der Zeit bei dem ständigen Auf- und Abbau als zu reparaturanfällig erwiesen. Außerdem entsprachen sie nicht dem durch IBM gesetzten Standard in der Berufswelt. Eine Anlage mit sieben IBM-kompatiblen Personal Computern wurde fest installiert. Doch die Entwicklung macht nicht halt, und Anfang der neunziger Jahre folgte eine vernetzte Anlage für ein Lernbüro. Anfang 1990 wurden die Schreibmaschinen mit Typenhebel durch elektronische Typenradmaschinen ersetzt. Es gab auch einen neuen Kursus, die Ausbildung zum Informationsanalytiker. Dieses Angebot konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Erfolgreicher hingegen war die Einführung des Schwerpunktes Datenverarbeitung im Bereich der Berufsfachschule für Wirtschaftsassistenten. Mit dem Schuljahr 1987/88 wird nach fünfjährigem Bestehen die Berufsfachschule für Wirtschaftsassistenten mit allen Schwerpunkten staatlich anerkannt, so auch der neu eingeführte Schwerpunkt Fremdsprachen und Touristik. Die Räumlichkeiten der Schule wurden durch neue Fenster und eine neue Heizungsanlage entscheidend verbessert. Zu Beginn des Schuljahres 1988/89 trat Frau Reimer in den Ruhestand. Nachfolgerin wurde am 01.10.1988 Frau Wulf, eine Teilnehmerin des ersten Sekretärinnenstudios. Im Schuljahr 1989/90 wurde nach den langjährigen Erfolgen der Sekretärinnenkurse in Absprache mit dem Bund Deutscher Sekretärinnen die Ausbildung zur Chefassistentin ins Leben gerufen. Die Ausstattung der Schule wurde verbessert: Den Schülerinnen und Schüler stehen seitdem ein Kopiergerät und ein Münztelefon zur Verfügung; für die Unterrichtsgestaltung können ein Videorecorder und ein Fernsehgerät benutzt werden.

Der Ausklang des Jahrtausends

Bedeutende Veränderungen in den Jahren 1991 - 2000 Am 12. April 1991 wurde das 60-jährige Jubiläum gefeiert. Dr. Arnfried Kleemann, der Sohn des Gründers, erschien ebenso wie Lotti Freitag, eine ehemalige Schülerin aus dem Jahr 1933/34, und viele weitere Ehrengäste aus Schulwelt, Politik und Wirtschaft. Aus diesem Anlass erschien auch die erste Ausgabe der Chronik in kleiner Auflage als gebundene Fotokopien. Die schon angesprochene vernetzte Computeranlage wurde im Mai 1991 eingerichtet und bestand aus damals modernen Rechnern (mit einem Prozessor 386), die bis Anfang dieses Jahres noch als Schreibmaschinenersatz dienten. Seit Beginn des Schuljahres 1991/92 steht der Schule ein weiterer großer Raum zur Verfügung. Dieser Raum wurde unter anderem einige Jahre als Physikraum genutzt. Die Jahre 1994 und 1995 brachten viele Veränderungen. So wurde 1994 Ministerialrat Heere der für uns zuständige Schulaufsichtsbeamte. Nach vielen Jahren gab Frau Meier ihre Tätigkeit als Raumpflegerin wegen Krankheit auf. Zeitweise spielten dann die Lehrerinnen und Lehrer nach dem Unterricht "Putzfrau", bis im April 1994 Frau Silke S. diesen Job übernahm. Im Herbst des gleichen Jahres hatte die Schule die Möglichkeit, die nebenan liegenden Räume der Heilpraktikerschule AMT zu übernehmen. Die Räume waren zwar kleiner als alle anderen, eigneten sich aber für die kleinen Klassen des Fachgymnasiums. Nach reiflicher Überlegung wurde dieses Angebot schließlich angenommen. In diesem Nebentrakt haben seitdem zwei Klassen des Fachgymnasiums einen Platz gefunden, die dort sogar eine kleine Teeküche und eigene Toilettenräume haben. In einem kleinen Eckraum ist die Physiksammlung untergebracht. Die Schule verfügt damit heute über zehn Unterrichtsräume, so dass der Unterricht heute nur noch selten aus Raumgründen bis in den Nachmittag hinein erfolgen muss. Der größte Raum der Schule, der für den Schreibmaschinenunterricht genutzt wurde, wurde im Winter 1994/95 als großzügiges Lernbüro eingerichtet, und die Schreibmaschinen in den bisherigen Computerraum 6 "verbannt". Die Anzahl der Computer wurde durch einige 486-Rechner auf 12 Schülerplätze und einen Lehrerarbeitsplatz erhöht. Gearbeitet wird an modernen Computerarbeitstischen; daneben gibt es Trapeztische zum Arbeiten und für Konferenzen. Mit einer kleinen Feier wurde das Lernbüro im Februar 1995 eingeweiht. Gleichzeitig wurde die Kleemannschule an das ISDN-Netz der Telekom angeschlossen, so dass jetzt Chef und Sekretärin gleichzeitig telefonieren können. Und auch das Faxen gehört seitdem zum Schulalltag. Am 19. April 1996 wurde das 65-jährige Bestehen der Kleemannschule gefeiert. Am Morgen kamen Ehrengäste, am Nachmittag war Tag der offenen Tür und am Abend fand für alle ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Schülerinnen und Schüler ein großes Schulfest in der Schule statt. Frau Albrecht übergab 1996 die Leitung des Sekretärinnenkurses an Frau Schuldt, die diese Aufgabe bis zum vergangenen Jahr erfüllte. Im Schuljahr 1999/2000 kam zum ersten Mal kein Sekretärinnenlehrgang zustande. Der anspruchsvollere Lehrgang Mangementassitentin findet dagegen weiterhin regen Zuspruch. Nach den Sommerferien im Jahre 1996 wurde ein weitere Idee Wirklichkeit: Der Unterricht im Maschineschreiben wird seitdem zeitgemäß an Computern durchgeführt. Es wurden ein neuer Netz-Server und neue Computer (mit Pentium-Prozessoren) für das Lernbüro angeschafft und die alten Computer auf neue Tische in den Raum 6 gestellt. Die Kleemannschule verfügt damit über zwei Computerräume, so dass auch in anderen Fächern Computer eingesetzt werden können. Kurze Zeit danach erhielt die Schule die Nachricht, dass sie von dem Projekt Schulen ans Netz" unter anderem durch die Bereitstellung eines Kommunikationsservers gefördert werde. Dieser stand dann allerdings erst im Februar 1997 zur Verfügung. Wenig später konnten die Schüler zum ersten Mal im Internet surfen. Seit dem Schuljahr 1996/97 führen einige Schülerinnen und Schüler einen "Kiosk" im Vorraum zum Geschäftszimmer, in dem sie Getränke, Süßwaren und belegte Brötchen an die Schulkameraden verkaufen. 1997 ging Oberstudiendirektor Baar von den Beruflichen Schulen am Ravensberg in den Ruhestand. Seitdem führt sein Nachfolger Oberstudiendirektor Sauer den Vorsitz bei den Abschlussprüfungen. Die mündlichen Abiturprüfungen wurden für die Oberprimanerinnen und -primaner etwas vereinfacht: Bei Übereinstimmung von Vorzensur und schriftlicher Note kann eine mündliche Prüfung entfallen, wenn beide mindestens jeweils 8 Punkte ergeben. Bereits seit dem Abiturjahrgang 1993 führen die beteiligten Fachlehrkräfte der Kleemannschule die Erstkorrektur der Abiturarbeiten durch. Zum Ende des Schuljahres 1996/97 gab Frau Schelinski ihre langjährige Tätigkeit an der Schule auf. Ihre Nachfolgerin Frau Ammann hielt es nur zwei Jahre an der Schule. Im Schuljahr 1998/99 wurde die Internet-AG gegründet, in der die Schüler die Internet-Schülerzeitung "Kleeblatt" ins Leben riefen. Bereits seits 1997 ist die Kleemannschule mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten. Die Internet-Adresse lautet: www.kleemannschule.de. Im Herbst 1999 wurde zum ersten Mal ein Berufspraktikum für eine Klasse durchgeführt. Für die Schülerinnen und Schüler der ZO2 und die Klassenlehrerin Frau Blöhs wurde es eine sehr lehrreiche Woche.

Noch einige Höhepunkte

1995: Teilnahme einer Klasse der Berufsfachschule Wirtschaft am ZiSch-Projekt der Kieler Nachrichten 1996: Klassenfahrt der Unter- und Oberprima nach London 1997: Fahrt mehrerer Schülerinnen und Schüler zur ITB in Berlin 1997: Gartenfest der Abiturienten 1997: Schulfest mit Internet-Cafe 1997/1998: Für eine Saison war die Schule Sponsor einer Fußballmannschaft vom TSV Schilksee, in der mehrere Schüler mitspielten. 1998: Dr. Nernheim gibt seine Kleemann-Stimmzettel zur Landtagswahl und zur Volksabstimmung über die Rechtschreibreform ab. 1999: Das traditionelle Grünkohlessen im Lindenkrug in Borby 1999: Klassenfahrt der Oberprima nach Tschechien

Die Kleemannschule erhält ein neues Gesicht

Im Jahr 2000 nahm Herr Dr. Nernheim Abschied von seiner Schule und ging in den wohlverdienten Ruhestand. Neuer Schulträger wurde ab dem Schuljahr 2000/2001 Diplom-Betriebswirt Klaus Leininger, der schon im vergangenen Schuljahr die Verantwortung für die finanziellen Angelegenheiten der Schule übernommen und in einigen Klassen unterrichtet hatte. Unter seiner Leitung fanden und finden erhebliche Veränderungen statt. Die bedeutendsten Veränderungen waren die Erweiterung der Schulfläche auf das Doppelte und die damit verbundenen Umbaumaßnahmen im Sommer 2004. Bestehende Klassenräume wurden vergrößert, neue kamen hinzu, so dass jede Klasse jetzt einen festen Raum hat; die Fachräume werden nur noch zweckbestimmt genutzt. Der Lernbürobereich wurde erweitert, so dass das Arbeiten jetzt noch mehr Spaß macht. Das neue Lehrerzimmer bietet an einem großen ovalen Konferenztisch Platz für alle Lehrkräfte. Ein Besprechungsraum, eigene Lehrertoiletten und eine große übersichtliche Bibliothek mit Kopierer runden das Bild des neuen Lehrertraktes ab. Vor diesem Bereich befindet sich ein gern genutzter Aufenthaltsraum für Schüler mit zwei Internetcomputern. Angeschlossen ist eine Küche, welche die Vorbereitung der Geburtstagsfrühstücke erheblich erleichtert. Auch einzelne Klassen haben sie schon für Kochprojekte genutzt. Die Schule vermittelt jetzt einen großzügigen Eindruck, der durch die frische und einheitliche Farbgestaltung weiß mit blauen Akzenten noch verstärkt wird. Inzwischen sind auch alle Klassenzimmer mit einem Computer und ausreichend Computeranschlüssen belegt, an die bei Bedarf genuegend LapTops für Projektarbeit angeschlossen werden können, alle Räume haben Beamer und Smart Boards, WLan ist selbstverstädnlich. Am 22. Oktober 2012 wurde ergänzend zur Berufsfachschule I und Berufsfachschule III auch das bis dahin staatlich genehmigte Berufliche Gymnasium staatlich anerkannt - eine Annerkennung und Wertschätzung für die hervorragende Arbeit des Kollegiums und der Schulleitung.

Schul- und Klassenfahrten

Während früher Klassen- bzw. Schulfahrten nur auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler statt fanden, gehören sie heute zum regulären Unterrichtsbetrieb. Einige Höhepunkte waren die Schulfahrten nach Prag im Frühling 2001 und an den Plattensee im Herbst 2004. Auch Stufen- und Klassenfahrten führten bei SchülerInnen und LehrerInnen zu bleibenden Eindrücken. Als Beispiele seien die Spanienfahrt der 12. Jahrgangsstufen im Jahre 2003 und die Italienfahrt der Berufsfachschule I im Herbst 2005 genannt. Auch bei den Unterrichtsinhalten gab es Veränderungen. So werden die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule III und demnächst auch in der BFS I teilweise in fächerübergreifenden Lernfeldern unterrichtet. Die Abschlussprüfung der BFS III in den Fremdsprachen findet zu 2/3 nach zentralen Vorgaben statt. Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit, nach schriftlicher und mündlicher Prüfung das KMK-Fremdsprachenzertifikat zu erwerben. Dadurch verbessern sich die Berufschancen in der Europäischen Gemeinschaft. Die Arbeit an Projekten in der BFS III und im beruflichen Gymnasium erfordert von den Schülern und Schülerinnen vermehrte Eigeninitiative und stellt eine gute Vorbereitung auf die Ausbildung oder das Studium dar.

Abschlussfeste

Seit 2004 gibt es gemeinsame Abschlussfeste in einem feierlichen Rahmen, die bei allen Beteiligten großen Anklang fanden. Schon Wochen vorher beschäftigt die Kleidungsfrage die jungen Damen, während die jungen Herren überlegen, ob Turnschuhe die passende Fußbekleidung sind.

Technik

Erwähnt werden sollen auch noch die Neuerungen in Technik und Ausstattung der Schule. Die Schule verfügt über neueste Technik wie Beamer und Notebooks, WLAN und virtuelle Server. Klimaanlagen in den Computerräumen und Außenjalousien sorgen im Sommer für angenehme Arbeitstemperaturen. Erheblich erweitert wurde die Physiksammlung, unter anderem mit einem Computerinterface und Sensoren zur Messung bei verschiedenen Experimenten.