Chronik der Kleemannschule in Kiel - Teil 2
1. April 1931 bis heute: über 70 Jahre im Dienste der beruflichen Bildung
Die Zeit im Jacobsenhaus

Die Räume im Jacobsenhaus, Holstenstraße Ecke Alter Markt, befanden sich zunächst im 1. und 2. Stock. Neben "normalen" Klassenräumen und einem Maschinenschreibraum gab es auch einen "richtigen" Vorlesungsraum mit ansteigenden Sitzreihen wie in der Universität.
Die "Logenräume" direkt am belebten Alten Markt verführten die Schüler zu allerhand Schabernack:
Aber es gab auch manchmal anderen Ärger:
Zu anderen Zeiten ging es jedoch sehr festlich zu:

Am 1. August 1969 bezog die Schule neue Räume in der vierten Etage. Um diese zu erreichen, stand ein Fahrstuhl zur Verfügung, der wegen ständiger Überbeanspruchung Schülern und manchmal auch Lehrern hinreichend Grund bot, Verspätungen zu entschuldigen.
Da kein Schulhof vorhanden war, stand den Schülern neben dem Alten Markt als "Pausenhof" ein Raucherzimmer zur Verfügung, das allerdings nur zu kurzem Aufenthalt einlud.
Es gab einen Raum, der ausschließlich dem Maschinenschreibunterricht vorbehalten war. Alle anderen Räume wurden nach den Unterrichtserfordernissen im Wechsel benutzt.
Neben der ursprünglichen Privaten Kaufmännischen Berufsfachschule Kleemann wurde am 1. April 1958 die Private Höhere Handelsschule Kleemann eingerichtet. Am 1. April 1959 folgte die Private Zweijährige Handelsschule Kleemann mit dem Ausbildungsziel der mittleren Reife; für diese Schulart wurden anfangs Aufnahmeprüfungen abgenommen. Ferner gab es zahlreiche Einzelkurse in allen Welthandelssprachen, kaufmännischen Fächern, Deutsch, Rechnen und sogar Plakatschrift.
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums wurde am 1. April 1961 der Verein der ehemaligen Kleemannschüler gegründet.

Im September 1961 begann die erste Sekretärinnenausbildung unter der Bezeichnung Sekretärinnen-Studio. Schon damals war Thea Albrecht, die spätere Leiterin des Kurses, als Lehrkraft beteiligt. Viele Jahre hindurch führte sie diesen noch mit dem gleichen Schwung, und viele Sekretärinnen in ganz Deutschland erinnern sich bestimmt dankbar an sie.
Als 1964 die Sekretärinnen-Akademie gegründet wurde, bewarb sich die Kleemannschule 1965 um Aufnahme in das Förderungsprogramm der Bundesregierung. Daraufhin kam der Sekretärinnenkursus in der heutigen Form zustande.
Auf Drängen der Schüler wurde 1962 die erste Schülermitverantwortung an der Kleemannschule gegründet. Diese kümmerte sich in den folgenden Jahren unter anderem um die Gestaltung der ersten Schulfeste.
Nachdem Dr. Nernheim die Schule im August 1966 übernommen hatte, wurde der Name Kleemannschule als Dachbegriff für alle Schulzweige eingeführt.
Nach den Sommerferien 1972 wurde der Unterricht im Fachgymnasium Wirtschaft aufgenommen. Dieser Schulzweig fand rasch Anklang; er bildet heute eines von zwei privaten Fachgymnasien in Schleswig- Holstein.
Als die Schulräume im Jacobsenhaus nach mehr als 30 Jahren gekündigt worden waren, wurde ein neues Domizil gesucht und gefunden. Die Tanzschule Tessmann war umgezogen, und die alten Tanzsäle standen leer. Die Räumlichkeiten mussten allerdings noch den Bedürfnissen der Schule angepasst werden: Es entstanden sieben Klassenräume, darunter ein Maschinenschreibraum, Lehrerzimmer und Geschäftszimmer sowie eine Bibliothek.
weiter: Chronik Teil 3: Umzug - neuer Wind in der Kleemannschule
zurück: Chronik Teil 1: Gustav Kleemann und die Anfänge der Kleemannschule